Die Tracht der Musikkapelle

Die neue Tracht im Jahr 1969

 


Im Jahre 1969 tat die Musikkapelle Kolfuschg-Corvara einen bedeutenden Schritt, indem sie sich eine eigene Tracht zulegte. Der damalige Obmann Rudi Granruaz kümmerte sich darum. Von Giovani Declara erhielt er eine Tracht, die dieser auf seinem Dachboden aufbewahrt hatte. Es handelte sich um eine Schützentracht, die über 200 Jahre alt war. Und so wurde der Entschluss gefasst, diese Tracht als Modell heranzuziehen. Der Überrock war blau und die Weste rot mit kleinen Blümchen. Diese waren keine typischen Farben der Gadertaler oder der Pusterer Trachten, sondern ähnelten eher jenen des Grödnertales. Warum wohl?

Wie die Geschichte erzählt, gehörte Kolfuschg vor 200 Jahren - bevor es selbst Gemeinde und später zu jener von Corvara angeschlossen wurde - zur Gemeinde Lajen.

Als erstes ließ man von Oswald Pitscheider die Überröcke und die Westen schneidern. Die Hüte kaufte man von der Firma Hutter aus Meran. Als Hose verwendete man anfänglich noch eine einfache schwarze Hose. Erst im Jahre 1966 ließ man Lederhosen von einer Brixner Firma schneidern und kaufte von der Firma Rabanser aus St. Ulrich die Schuhe. Die Gurte kamen von der Firma Kofler aus Bruneck und die Strümpfe wurden mit der Hand von Pia Kostner gestrickt. Jede Tracht kostete damals 96.000 Lire; um sie zu bezahlen, zogen Freiwillige der Musikkapelle von Haus zu Haus und baten um eine Spende. Die Bevölkerung beteiligte sich großzügig an die Herstellung der Tracht, sodass diese für die Priesterweihe von Vijo Pitscheider aus Corvara gebrauchsfertig war.

Im Jahre 1993 fasste der Vorstand - gemeinsam mit seinem Obmann Konrad Irsara - den Entschluss, auch für die Musikantinnen und für die Marketenderinnen eine neue Tracht schneidern zu lassen. Große Hilfe kam von Frau Marianne Valentin aus Issing, die die "Arbeitsgemeinschaft für lebendige Tracht" vertritt. Ihre Hinweise bezüglich der Auswahl der neuen Tracht, die sich an die Bräuche und an die hiesige Kultur halten müssen, waren sehr nützlich. Sie lehrte einigen Frauen das Nähen; diese arbeiteten tagelang, um die neuen Trachten herzustellen, die anlässlich des Muttertag-Konzertes am 8. Mai 1994 vorgestellt wurden. Unter der Leitung von Cristina Zingerle beteiligten sich an der Durchführung: Anna Alfreider, Edith Alfreider, Hilda Alfreider, Dorotea Castlunger, Antonietta Declara, Hilda Declara, Maria Declara, Martina Irsara, Clara Kostner, Edith Kostner, Elisabeth Kostner, Frida Kostner, Heidi Kostner, Lucia Kostner, Pia Kostner, Maria Pescosta, Valeria Pescosta, Hermine Pinter, Monica Vittur und Eleonora Zingerle. Der Hut wurde von der Firma Rizzoli aus Bozen gefertigt und der Überrock vom Schneider Sepp Renzler aus Niederrasen geschneidert, immer auf Beratung von Marianne Valentin.